11. Spieltag – Die zwei Gesichter des 1. FCN

Die zwei Gesichter des 1. FCN

 

Spieltag elf gegen den VfB Stuttgart in einem Satz: Der 1. FC Nürnberg verliert vor 50 000 Zuschauern sein Heimspiel gegen die Schwaben. Leider verdient.

Nein, ich habe nicht mit meinem Vater telefoniert. Ich habe mir auch keine Kommentare auf Facebook oder Leserbriefe durchgelesen. Muss ich nicht. Ich kenne sie alle ohnehin. „Dübbisch Glubb.“ „Des woar ja gloar.“ „Versager.“ „Köllner raus.“ „Mir steing eh ab.“ Das werden noch die freundlichsten Beiträge gewesen sein.

Herrschaftszeiten, es ist aber auch wirklich zum Haare raufen.

Zum ersten Mal in dieser Saison konnten wir ein ausverkauftes Haus vermelden, die Kulisse war wirklich grandios und mit dem VfB Stuttgart empfing der Club die schwer angeschlagenen Schwaben, die vor der Partie mit nur fünf Punkten auf dem letzten Tabellenplatz standen und auf die wir fünf Punkte Abstand hatten. Mit einem Sieg hätten wir diesen Vorsprung auf ganze acht ausbauen können.

Dieses hätte, wäre, könnte ist natürlich im Nachhinein müßig und bringt ja auch nichts.

Fakt ist: Wir haben das Spiel verloren. Und zwar zurecht. Mit einer indiskutablen Leistung, die eines Heimspiels und die dieser Kulisse in keinster Weise würdig war. Ja, auch ich war wahnsinnig enttäuscht. Wieso weshalb warum? Wieso gibt es Partien, bei denen unsere Jungs super mithalten können, einem EuropaLeague-Teilnehmer Paroli bieten können? Weshalb meint man in manchen Spielen, die Spieler hätten noch nie eine Flanke geschlagen oder einen Eckball getreten? Warum hat diese Mannschaft zwei Gesichter? Und vor allem: Woran liegt es, welches sie zeigen?

Nun habe ich selbst nie Fußball gespielt und möchte es mir daher nicht anmaßen, jemanden zu be- oder gar verurteilen. Sicherlich hat jeder mal einen schlechten Tag und es geht einem nix, aber schon wirklich gar nix von der Hand (oder dem Fuß). Aber was mir nicht in den Kopf will: Ist das dann bei allen Spielern zeitgleich oder stecken sie sich gegenseitig an? Bestimmte Spielzüge, Standards und Passwege kann man doch üben, bis man sie im Schlaf beherrscht. Oder stelle ich mir das falsch vor?

Am meisten ärgert mich ehrlich gesagt, dass nach solchen Spieltagen wie dem letzten alle Nörgler, Grantler, Meckerer und Pessimisten mal wieder sagen können: „Iech hob’s doch scho immer gsacht: der Glubb is a …“ Nein, ist er nicht. Der Glubb ist und bleibt mein Herzensverein und da kann ich mir im Moment keine Situation vorstellen, die daran was ändern könnte. Schon gleich gar keine Niederlage gegen Stuttgart. Und sei sie noch so ärgerlich und unnötig. Hanno Behrens und Co. hatten bestimmt auch keinen schönen Samstagabend, hätten lieber einen wichtigen Sieg gefeiert. Sie haben sich ja reingehängt. Aber das allein reicht halt leider anscheinend in Liga eins nicht. Zumal wenn die Abstiegs-Mitkonkurrenten auch noch alle gegen uns spielen.

Die gute Nachricht: Wir stehen immer noch über dem Strich und haben noch genügend Spieltage vor uns, an denen die Mannschaft ihr „gutes“ Gesicht zeigen kann. Wir steigen nicht ab. Daran glaube ich. Und dann kann ich allen Nörglern und Grantlern sagen: „Iech hab’s doch scho immer gsacht!“ Der Unterschied ist nur: Mein Vater wird sich dann mit mir freuen und mir gönnen, dass ich Recht hatte.    

 

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